Partnerinterview mit Frau Bürgermeisterin Schmidt, Stadt Tauberbischofsheim

Portrait Bürgermeisterin Schmidt

Frau Bürgermeisterin Schmidt, was macht die Stadt Tauberbischofsheim mit ihren kleinen und mittelständischen Unternehmen so besonders? Welche Rolle spielt dabei das Technologie- und Gründerzentrum Tauberbischofsheim?

Die Kreisstadt Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis ist maßgeblich durch KMU geprägt. Die KMU der Gemeinde  sorgen für einen idealen Branchenmix und sind verantwortlich für die beinahe herrschende Vollbeschäftigung. Der Zuzug weiterer Unternehmen in unsere Gewerbegebiete zeigt, dass der Wirtschaftsstandort Tauberbischofsheim durch die verfügbare Infrastruktur auch über die Landkreisgrenzen hinweg überzeugen kann.

Das Technologie- und Gründerzentrum Tauberbischofsheim zeigt, dass es auch in ländlichen Regionen einen Bedarf für selbstständige und Menschen mit Ideen gibt. 1.500m² Büroflächen sind restlos vermietet. Außerdem beeinflusst das Zentrum das wirtschaftliche Leben in Tauberbischofsheim positiv, da sich unter den Unternehmern innovative Netzwerke bilden können.

Was kann auf den unterschiedlichen politisch-gesellschaftlichen Ebenen getan werden, um kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen, gerade in den Bereichen Innovation und Digitalisierung? Wo sehen Sie Gestaltungsbedarf und Maßnahmen?

Meiner Meinung nach ist es besonders in ländlichen Regionen von großer Bedeutung, ansässige und zuziehende Unternehmen bestmöglich zu betreuen. Daher arbeiten wir bei der Konversion des ehemaligen Kasernengeländes daran, Interessenten von Schritt 1 an zu begleiten. Innovative Maßnahmen unterstützen wir dabei besonders und versuchen auch mit entsprechenden Förderungen die Modernisierung weiter voranzubringen.

Was wäre für Sie ein wünschenswertes Ergebnis des Popup Labors in der Main-Tauber-Region?

Wünschenswert ist natürlich eine hohe Teilnahme an den vorbereiteten Workshops. Wir wollen für die Teilnehmer einen Mehrwert kreieren und die Basis für Netzwerke schaffen. Ich hoffe, dass die Unternehmer die dort gewonnenen Inspirationen für sich nutzen können.

 

(Bildquelle: Stadt Tauberbischofsheim)

 

Partnerinterview mit Herrn Prof. Seon-Su Kim, Duale Hochschule Baden-Württemberg

Portrait Herr Prof. Kim (Bildquelle: DHBW)

Herr Prof. Kim, Sie sind Leiter des Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule BW Mosbach. Warum passt das Popup Labor BW Ihrer Meinung nach in die Region und welche Aspekte des Popup Labors finden Sie für die wirtschaftliche Entwicklung Baden-Württembergs strategisch wichtig?

In der Region Tauberfranken sowie drumherum sind viele mittelständische Betriebe und Weltmarktführer aktiv, die vor allem durch ihre Innovationskraft so erfolgreich sind. Das Popup Labor BW ist eine wunderbare Plattform, um von diesen erfolgreichen Unternehmen im Umgang mit Innovationen zu lernen, aber auch um neue Erfahrungen und Impulse von außen in die Region und zu den KMU und den Handwerksbetrieben hineinzutragen. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung gibt es zahlreiche Entwicklungen im technischen Umfeld aber auch im Managementbereich und es ist wichtig, dass die Betriebe nicht nur theoretisch, sondern auch sehr praxisnah erfahren und erleben können, wie man mit den neuen Herausforderungen umgehen kann. Für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes scheint es mir strategisch wichtig, dass die Industrie, die Betriebe und die Kommunen im ländlichen Raum nicht vergessen oder abgehängt werden. Das Popup Labor ist aus meiner Sicht hier ein kleiner, aber auch wichtiger Baustein, um die Wissensvernetzung und den Wissenstransfer regional wie auch landesweit zu unterstützen.

Die DHBW steht für eine hervorragende Verzahnung von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Wirtschaft. Was sind die heißesten Themen, die in einem „Digitalisierungs-Labor“ und darüber hinaus behandelt werden sollten, welche Lücken gibt’s es derzeit in Baden-Württemberg und Deutschland?

Nach meiner Einschätzung gibt es drei grundsätzlich „heiße“ Felder. Zum einen kann und sollte man in einem Digitalisierung-Labor persönlich und hautnah erfahren, was es bedeuten kann, mit den verschiedenen Möglichkeiten der Digitalisierung zu arbeiten. Also nicht nur theoretisch über die moderne Technik und die Digitalisierung sprechen, sondern im Idealfall auch selbst erleben und ausprobieren. Daraus können und werden dann hoffentlich ganz neue und spannende Ideen entstehen, die man dann mit ins Unternehmen oder auf die Arbeit bringt. Daneben ist es auch wichtig zu zeigen, wie sich die Digitalisierung auf die Organisation, die Arbeit und das Management auswirken kann und man muss darüber diskutieren, was das für die Arbeit oder ein Unternehmen der Zukunft bedeutet. Damit die Digitalisierung technisch und auch im Unternehmen funktioniert sind aber vor allem die Menschen noch stärker dabei zu berücksichtigen. Also ist das dritte „heiße“ Feld die Fragestellung, wie man die Menschen an die Themen heranführt, in die Themen integriert und im Zweifel auch sehr offen und ehrlich darüber diskutiert, wo die Grenzen der Digitalisierung sind, etwa mit Blick auf Sicherheit und Nachhaltigkeit aber nicht zuletzt auch unter Berücksichtigung von moralischen und ethischen Aspekten. „Partnerinterview mit Herrn Prof. Seon-Su Kim, Duale Hochschule Baden-Württemberg“ weiterlesen

Partnerinterview mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar, Stadt Bad Mergentheim

Portrait Herr OB Udo Glatthaar (Bildquelle: Stadt Bad Mergentheim)

Herr Oberbürgermeister Glatthaar, als Startfrage: Warum hat sich die Stadt Bad Mergentheim als Standort für ein Popup Labor BW beworben?

„Raum geben für Ideen“, lautet unser Motto. Unser Anspruch ist es, in vielen Zukunftsfragen eine Vorreiterrolle einzunehmen – gerade im ländlichen Raum! Mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Campus Bad Mergentheim, mit einer starken Wirtschaft, engagierten Bürgern und einer zielstrebigen Verwaltung haben wir zudem ideale Voraussetzungen, um mit dem Popup Labor in Bad Mergentheim den nächsten Sprung zu wagen. Und das Popup Labor könnte im großen kreativen Potenzial dieses Umfelds  – das wir beispielsweise mit einer großen MINT-Initiative bereits gestalten –  eine inspirierende Ideenschmiede sein.

Mit über 23.700 Einwohnern sind wir inzwischen die größte Stadt im Main-Tauber-Kreis, der Teil der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken ist und zu Recht als „Region der Weltmarktführer“ bezeichnet wird.  Angesichts der digitalen Transformation möchten wir unseren Unternehmen mit dem Popup Laboren neue Impulse an die Hand geben.

Welche Möglichkeiten sehen Sie durch ein Popup Labor, für Bürgerinnen und Bürger im Allgemeinen und für die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Besonderen?

 Mit dem Popup Labor möchten wir die Anspruchsgruppen aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschule und Bürgerschaft dabei unterstützen, neue Ideen zu kreieren, Wissen auszutauschen und sich zu vernetzen. Die Digitalisierung zwingt gerade die kleinen und mittelständischen Firmen zum Handeln. Diesen fehlt jedoch oft der direkte Zugang zu theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung. Den Anspruch der Popup Labore, diese Lücke zu schließen und ein Forum für Innovationsimpulse im Mittelstand zu sein, befürworten wir deshalb voll und ganz. So können wir vor Ort neue Wege erproben und innovative Ideen fördern. Ich bin selbst schon sehr gespannt, was dabei herauskommt. Wie ich die Unternehmen und Menschen unserer Region kenne, werden sie uns mit spannenden Ansätzen überraschen. Kurzum: Das Popup Labor eröffnet uns die Möglichkeit, zu glänzen – und diese Chance wollen wir nutzen.

Was wäre für Sie ein wünschenswertes Ergebnis des Popup Labors in der Main-Tauber-Region?

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