Digitales Aufmaß für das Handwerk

Digitales Aufmaß in der Praxis (Bildquelle: Stephan Wilhelm, Fraunhofer IAO)

Zeitaufwendig, fehlerbehaftet und in Zeiten der Digitalisierung eigentlich nicht mehr notwendig: Dennoch macht sich bei einem Bauvorhaben oft jeder einzelne Handwerksbetrieb auf den Weg zur Baustelle, um Maß zu nehmen. Im Workshop „Digitales Aufmaß und digitale Zwillingsmodelle für Anwendungen im Handwerk“ will der Forscher Dr. Stephan Wilhelm zusammen mit Christoph Wintrup und Martin Huppenbauer von der Firma Hemminger praxisgerechte Alternativen vorstellen. Im Popup Labor BW-Interview sprechen die Referenten  über die Gefahr von Fehlerquellen bei der Maßaufnahme, das digitale Aufmaß und Perspektiven für neue und erweiterte Geschäftsmodelle.

Herr Wilhelm, wo liegt in Ihren Augen das Problem für kleine Handwerksbetriebe?

„Jedes Gewerk macht für sich Maßaufnahmen von den Örtlichkeiten, um selbst planen zu können. Da nimmt dann der Fensterbauer Maß, dann ist der Gipser da. Wenn aber schließlich der Fliesenleger kommt und einen anderen Plan hat, ändert sich alles wieder. Außerdem ist die Fehleranfälligkeit hoch, wenn da ein Mensch mit Stift und Papier arbeitet. Das falsche Maß kann genommen werden, es passiert ein Zahlendreher, die Schrift ist schwer leserlich oder die Notiz ist nicht greifbar oder sogar verloren gegangen.“ „Digitales Aufmaß für das Handwerk“ weiterlesen

Innovationsprozesse intelligent gestalten

Foto von Beitragsbild für Miniinterviw

Innovationen sind die Voraussetzung für Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Doch bei einer Patentuntersuchung wurde erst kürzlich festgestellt, dass in Ostwürttemberg in den letzten 8 Jahren die Zahl der beantragten Patente bei kleinen und mittelständischen Unternehmen um 54 Prozent zurückgegangen ist. „Dabei werden Patente immer wichtiger, gerade wenn man international unterwegs ist“, weiß der IHK Technologie- und Innovationsberater Peter Schmidt von der Industrie- und Handelskammmer Ostwürttemberg (IHK). Im Rahmen des Popup Labors Baden-Württemberg bietet die IHK zwei Workshops an, die gerade für KMU Hilfestellung leisten sollen.

Patente schützen Wettbewerbsvorteil der KMU

Der Workshop „Innovation und Patente“ dreht sich rund um Schutzrechte für Innovationen. „Wir wollen einen Überblick über die Möglichkeiten bieten und zeigen, dass man keine Angst vor dem Schritt zum Patent haben muss“, sagt Schmidt. Er kennt das häufigste Argument der KMU: „Es kostet zu viel und lohnt sich nicht.“ Doch Innovationen vor Nachahmern und Wettbewerbern schützen zu lassen, trägt entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. „Der Bedarf ist da. Schutz ist wichtig, um sich Wettbewerbsvorteile sichern zu können. Schließlich stecken Unternehmen jede Menge Zeit und Geld in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen, das sollte der Konkurrent am Markt nicht einfach kopieren können“, sagt Peter Schmidt. Der IHK-Workshop gibt einen Überblick über Schutzrechte, deren Nutzen und Kosten sowie Chancen und Risiken. „Innovationsprozesse intelligent gestalten“ weiterlesen

Stress in Energie umwandeln

Diskuswerfer mit Fokus

Im Popup Labor BW-Workshop „Individuelle und organisationale Resilienz“ zeigen Dr. med. Thomas Bolm, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. Ulrich G. Schnabel, Berater für Führung und Organisationsentwicklung sowie Coach für Teams und Führungskräfte, auf wie es geht: Die Arbeit und das Leben resilienzförderlich und gesund zu gestalten. Im Interview spricht Dr. Schnabel über die psychische Belastung von Führungskräften und was stark macht bei Herausforderungen aller Art.

Die Gesundheit von Führungskräften steht im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach beruflicher Selbstoptimierung, persönlicher Leistung und wettbewerblichen Anforderungen in der „digitalen Revolution und VUKA-Welt“. Welche Faktoren machen stark gegenüber Belastungen?

„Als wesentlich haben wir die „Steh-Auf-Männchen“-Mentalität identifiziert. Die Eigenschaft, eine Krise durchleben zu können und gestärkt aus dieser hervorzugehen ist eine ganz entscheidende Fähigkeit. Auch ein grundsätzlicher Optimismus macht stark. Genauso zählen zu den stärkenden Faktoren lösungsorientiertes Denken und Handeln oder die Fähigkeit, Hilfe von Kollegen anzunehmen und auf sich selbst zu achten. Generell sind diese inneren Resilienzfaktoren Widerstandsressourcen und Verhaltensmuster, die der Mensch seit seiner Kindheit aufbaut und lernt.“

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Popup Labor Baden-Württemberg bietet Innovationsimpulse

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (r.), Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (M.) und der Technologiebeauftragte der Landesregierung, Professor Dr. Wilhelm Bauer (l.) (Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Innovationsimpulse

Kleine und mittlere Unternehmen sollen neue Wege kennenlernen, mit modernen Technologien, Verbraucher-Trends oder der digitalen Transformation Schritt zu halten. Um den Mittelstand bei dieser Herausforderung direkt vor Ort zu unterstützen und Innovationspotentiale zu fördern, kommt das Popup Labor Baden Württemberg Ende Februar zuerst in den Ostalbkreis. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert das vom Technologiebeauftragten der Landesregierung konzipierte Projekt.

Digitalisierung zwingt zum Handeln

„Für die Landesregierung ist es von zentraler Bedeutung, die starke Stellung des Mittelstandes als Wirtschaftsfaktor im Land auch in Zukunft zu sichern“, begründete Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Pläne der Landesregierung. „Die aktuell gute Wirtschaftslage darf uns nicht dazu verleiten, uns zurückzulehnen. Wir werden daher alles dafür tun, um den Mittelstand weiter aktiv am Innovationsgeschehen teilnehmen zu lassen.“

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sagte, die Digitalisierung zwinge nicht nur große Unternehmen, sondern auch die kleinen und mittelständischen Firmen zum Handeln. „Egal, ob lokaler Bäcker oder Schreiner, ob Einzelhändler oder Maschinenfabrikant: Alle müssen sich auf die vernetzte Welt einstellen“, so die Wirtschaftsministerin. „Popup Labor Baden-Württemberg bietet Innovationsimpulse“ weiterlesen