Partnerinterview mit Stefan Engelhard, dem Leiter des Instituts für Wissensmanagement und Wissenstransfer (IHK-IWW)

Foto von Dr. Stefan Engelhard, Leiter Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer IHK-IWW (Bildquelle: IHK Reutlingen)

Herr Dr. Engelhard, Sie sind der Leiter des Instituts für Wissensmanagement und Wissenstransfer (IHK-IWW) an der Industrie- und Handelskammer Reutlingen. Aus dieser Perspektive heraus betrachtet – was macht die Region und ihre kleinen und mittelständischen Unternehmen so besonders?

Wir sind umsetzungsstark. Man muss keine langen Wege gehen, um Spezialisten zu finden und man weiß, wie man miteinander zusammenarbeitet. Für interessante Anfragen haben unsere Unternehmen immer ein offenes Ohr und können sich bei der Umsetzung auf ihre Partner verlassen. Nicht Tüfteln, sondern Open Innovation kann man das nennen.

Warum passt das Popup Labor so gut zu Balingen? Welche Ergebnisse wären für Sie kurz-, mittel- und langfristig wünschenswert?

Balingen ist ein toller Industriestandort. Neue Wege ausprobieren bevor man sie geht, dazu sind die Stadt Balingen und ihre Unternehmen bereit. So konnten wir mit unserem IHK-IWW im letzten Jahr den HoloLens-Hackathon in der Wissenswerkstatt in Balingen-Weilstetten durchführen, bevor diese gegründet wurde. Das war ein großer Erfolg und ein Highlight. Die Wissenswerkstatt nimmt Fahrt auf. Beim Popup-Labor ist dies nun ebenfalls so. Unternehmen profitieren von den Einblicken und den Dialog mit anderen. Wünschen tue ich mir ein Stück mehr Technologieakzeptanz in der Breite der Gesellschaft. Das Popup-Labor kann dazu einen Beitrag leisten.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen aus der Region Künstliche Intelligenz verstehen und einsetzen lernen?

Nehmen wir das Beispiel Tankstellenbesitzer. Sofern es eine freie Tankstelle ist, kann er seinen Preis selbst festlegen. Er hat dafür ein Gespür entwickelt: Wetter, Konkurrenz, Wochentag, Verkehrsaufkommen – solche Informationen fließen in seine Preisentscheidung ein und bestimmen seinen Ertrag maßgeblich. KI kann für ihn eine noch bessere Entscheidungsgrundlage liefern. Wir haben einen KI-Check für Unternehmen entwickelt, der bei der Aufdeckung von Potenzialen durch KI hilft. Den sollte sich das Unternehmen ansehen.

(Bildquelle: IHK Reutlingen)

Einladungsschreiben sind bei den KMU vor Ort eingetroffen

Foto des Einladungsschreibens an alle KMU (Bildquelle: Popup Labor BW)

Einladungsbrief…

In der zurückliegenden Woche sind mehrere tausend Einladungsschreiben, die vom Technologiebeauftragten der Landesregierung an alle mittelständischen Unternehmen im Zollernalbkreis und den angrenzenden Nachbarlandkreisen verschickt worden waren, vor Ort eingetroffen.

Plan ist wieder, in agiler Vorgehensweise in den nächsten Tagen und Wochen gemeinsam ein außergewöhnliches Programm zu schmieden – von KMU, für KMU und mit KMU. Sowie mit allen wichtigen Akteuren der Region, die sich der Schaffung von Innovationen und der Meisterung der Digitalen Transformation verpflichtet fühlen.

… und Postkarte

Wir fragen ganz einfach direkt Sie: Was sind Ihre Bedarfe & Beitragsideen für das Programm?

Nutzen Sie den kurzen laufenden Zeitraum bis Anfang Dezember. Beispielsweise indem Sie die dem Brief beiliegende Beteiligungspostkarte ausfüllen und abschicken. Oder mit einer Online-Postkarte…

(Bildquelle: Popup Labor BW)

Interview mit einem der Gastgeber, dem vhs-Leiter Ottmar Erath

Foto von Ottmar Erath, Leiter der Volkshochschule Balingen (Bildquelle: vhs Balingen)

Herr Erath, warum passt das Popup Labor BW Ihrer Meinung nach zu Balingen und welche Aspekte des Popup Labors BW finden Sie besonders interessant?

Das Angebot der Volkshochschule Balingen spiegelt aktuelle Entwicklungen wider, gleichzeitig denken wir bei der Programmplanung immer auch in die Zukunft. Damit dreht sich bei uns vieles um die Themenbereiche, die auch das Popup Labor aufgreift. Dass die Workshops praxisbezogen vor Ort angeboten werden, passt natürlich hervorragend dazu. Aus unseren Erfahrungen heraus wissen wir, dass die Unternehmen in Balingen an Angeboten zu digitalen Themen sehr interessiert sind.

Die WissensWerkstatt Zollernalb wird einer der Orte sein, an dem das Popup Labor BW stattfindet. Was macht die WissensWerkstatt besonders?

Mit der WissensWerkstatt bündeln wir ein breites schulergänzendes Angebot aus dem MINT-Bereich, das ist in der Region einmalig. Für den digitalen Wandel brauchen wir technikbegeisterte Mitarbeiter, Gründer und Führungskräfte, für die der Umgang mit intelligenter digitaler Technologie selbstverständlich ist. Das Interesse daran muss frühzeitig geweckt werden; hier setzen wir mit der WissensWerkstatt an. In der Jugendtechnikschule, dem Jugendforschungszentrum, dem Coding College, der TECademy und dem MakerSpace, einer offenen Werkstatt, führen wir Kinder und Jugendliche an das Programmieren, Forschen, Bauen und Entwickeln heran – alles unter einem Dach.

Was wäre für Sie ein wünschenswertes Ergebnis des Balinger Popup Labors?

Wir hoffen natürlich, dass wir das Interesse an digitalen Themen und Angeboten über das Popup Labor weiter verstärken können. Für die Eröffnung der WissensWerkstatt ist diese Woche ein toller Rahmen, um sich in kreativer, anregender Atmosphäre mit den teilnehmenden Unternehmen auszutauschen und zu vernetzen. Die gemeinsamen Themen und Ziele sind da; wenn während des Popup Labors neue Ideen und Möglichkeiten für alle Beteiligten entstünden, wäre das ein schöner Abschluss.

(Bildquelle: vhs Balingen)