Partnerinterview mit Daniel Seeger von der Handwerkskammer Reutlingen

Herr Seeger, als Startfrage: warum macht die Handwerkskammer Reutlingen als Partner beim kommenden Popup Labor BW in Balingen / Zollernalb mit?

Wenn sich die Möglichkeit bietet, Handwerker und weitere interessierte zu erreichen, kann man diese Chance nicht verstreichen lassen. Zumal es im Handwerk in Sachen Digitalisierung durchaus Nachholbedarf gibt. Das Popup Labor BW in Balingen ist eine ideale Plattform, um die Chancen der Digitalisierung im Handwerk bekannt zu machen.

Wir haben also die Ärmel hochgekrempelt und ein interessantes Paket geschnürt. So können wir die Teilnehmer an die Digitalisierung heranführen und ermutigen, die Chancen für sich zu nutzen.

Was ist allgemein das größte Potenzial von „Handwerk und Digitalisierung“, das Sie persönlich sehen?

Handwerk und Digitalisierung, das scheint auf den ersten Blick nicht so recht zusammen zu passen. Im Handwerk geht es häufig um Einzelstücke und individuelle Produkte, die eben nicht in Serie hergestellt werden. Daher sehe ich das größte Potential der Digitalisierung in den Geschäftsprozessen und sich veränderten Geschäftsmodellen.

Ein Beispiel ist das digitale Aufmaß. Maße können exakter, schneller und damit kostengünstiger aufgenommen und anschließend in anschaulicher Form visualisiert werden, was die Kundenberatung auf ein neues Level hebt.

Sensorik kann fehleranfällige Aufgaben übernehmen und die Mitarbeiter mit Informationen unterstützen um Fehler zu vermeiden.

Der Kundenservice kann mit Hilfe der Digitalisierung erheblich verbessert werden. Stichwort: Fernwartung. Der Wartungstermin vor Ort kann entfallen. Der Handwerker kommt zukünftig nur dann ins Haus, wenn das eingebaute Produkt einen Fehler hat, der ihm automatisch gemeldet wurde. Bei Bedarf hat er dann auch gleich das richtige Ersatzteil dabei.

Was ist das Besondere am Workshop „Digitales Handwerk in der Praxis“, der am 31. Januar 2019 stattfinden wird? Was können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Nutzwert buchstäblich im Anschluß „mit nach Hause nehmen“?

Unsere Referenten haben keine Rhetorikkurse besucht und haben in keinem Studium gelernt, „Hochglanzpräsentationen“ zu erstellen. Das macht die beiden Betriebsinhaber, die aus ihrer Praxis berichten, so interessant und authentisch.

Ihre Beiträge decken ganz unterschiedliche Bereiche der Digitalisierung ab. Bäcker Plaz nutzt die sozialen Medien intensiv fürs Marketing und hat zahlreiche digitale Helfer in der Backstube. Sein Kollege Kiesel, ein Elektrotechniker-Meister, bietet seinen Kunden neue Produkte an, verbessert mit der Digitalisierung die Kundenbindung und bereitet sein bestehendes Geschäftsmodell für die Zukunft vor.

Zudem werden wir auch noch interessante Neuigkeiten für das digitale Aufmaß und die Visualisierung praktisch vorstellen. Da werden die Teilnehmer brandneue Produkte sehen. Es lohnt sich also, beim Workshop „Digitales Handwerk in der Praxis“ dabei zu sein.

(Bildquelle: Handwerkskammer Reutlingen)